Potsdamer Platz - Sightseeing - Go Berlin

Vor dem Zweiten Weltkrieg war der Potsdamer Platz noch bevölkerter als heute: Hier standen Luxushotels, das riesige „Haus Vaterland“ mit über 12 Restaurants und Vergnügungslokalen sowie Deutschlands erste Ampel, um den zunehmenden Autoverkehr Ende der 20er-Jahre zu regeln. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Platz weitgehend zerbombt, das heute wieder in Betrieb stehende Weinhaus Huth bleib als einziges Gebäude erhalten. Nach dem Krieg legte die DDR hier einen besonders breiten Todesstreifen an, um eine Flucht durch die unergründlichen Tunnel- und Bunkersysteme der Nationalsozialisten unmöglich zu machen. So wurde der Potsdamer Platz zu einem wichtigen Ort der Teilung, hier standen die Aussichtsplattformen, von denen aus die Westberlin-Besucher über die Mauer gucken durften. Nach der Wiedervereinigung wollte man so schnell wie möglich die innerstädtische Wunde schließen, weshalb die Filetgrundstücke zu Schleuderpreisen an Investoren vergeben wurden. Heute diktiert wieder der Kommerz das Erscheinungsbild des Potsdamer Platzes: Man findet viele gastronomische Betriebe aller Preiskategorien sowie die üblichen Franchiseunternehmen, die sich an einer kauffreudigen Kundschaft orientieren. Theaterbühne und Kinos ziehen auch die Berliner selbst an und sorgen für noch mehr Besucher im Quartier. Auch architektonisch ist der Platz interessant. Die riesigen Zentralen der Global Player wie DaimlerChrysler oder AT & T stammen von weltbekannten Architekten wie Renzo Piano, Richard Rogers, Arata Isozaki oder Hans Kollhoff. Das mit einer beeindruckend schiefen Dachkonstruktion versehene Sony Center wurde von Helmut Jahn geplant.