Neue Wache - Sightseeing - Go Berlin

Das Wachgebäude, nach Plänen von Karl-Friedrich Schinkel 1818 fertig gestellt, diente in der Weimarer Republik als Gedenkstätte für die Opfer des Ersten Weltkrieges. Ab 1960 ließ die DDR-Führung das Mahnmal umwidmen – fortan wurde hier der Opfer des Faschismus und Militarismus gedacht. Die mittwöchliche Wachablösung der Soldaten mit Stechschritt und Militärkapelle galt damals als Touristen-Highlight. Im wiedervereinigten Deutschland veranlasste Kanzler Helmut Kohl, eine vierfach vergrößerte Bronze-Pietà von Käthe Kollwitz in der Neuen Wache zu platzieren. Seitdem wird der unterschiedlichsten Opfergruppen gleichermaßen gedacht. Kritiker bezeichnen die „Zentrale Gedenkstätte der Bundesrepublik Deutschland“ auch als multifunktionale „Kranzabwurfstelle“. Zudem zeuge die christliche Ikonografie der Kollwitz-Skulptur „Mutter mit totem Sohn“ von mangelnder Sensibilität gegenüber jüdischen Mitbürgern.