Friedrichstraße - Sightseeing - Go Berlin

Kaum eine Straße in Berlin hat so viele verschiedene Gesichter wie die Friedrichstraße: Am nördlichen Ende, am Oranienburger Tor, wo nun das Kunsthaus Tacheles nach langem Kampf den Investoren weichen musste, zeigt sich die Umwandlung nach der Wende am deutlichsten. Von der berühmten Vergnügungsmeile der 20er Jahre zeugt auch nicht mehr viel, nur beim Friedrichstadtpalast, dem Revuetheater aus DDR-Zeiten, herrscht gelegentlich Hochbetrieb. Direkt am Bahnhof Friedrichstraße zeigen sich die Bausünden der 2000er-Jahre in ihrer ganzen grässlichen Pracht. Auch südlich vom Boulevard Unter den Linden wurde viel Geld investiert, um in der Friedrichstraße in eine edle Shoppingmeile zu verwandeln: Internationale Star-Architekten wie Jean Nouvel, der die Galeries Lafayettes entwarf, wurden dafür engagiert. Geht man weiter Richtung Süden, gelangt man zum Checkpoint Charlie, dem berühmtesten Grenzübergang zwischen Ost- und Westberlin, der vielen Agententhrillern des kalten Krieges als Kulisse diente und heute als Staffage für Tausende von Touristenfotos herhalten muss. Am vergessenen Ende der Friedrichstraße in Kreuzberg stand einst der gutbürgerliche Belle-Alliance-Platz, heute sieht man noch deutlich die städtischen Narben, die Weltkrieg und auch die Sanierung der 60er Jahre schlugen. Sehenswert ist die Gegend gerade darum.