Stienitzsee - Freizeittipps - Go Berlin

Die Ufer des Stienitzsees besitzen ein wechselhaftes Antlitz: Auf der gesamten westlichen Seite herrscht die Natur; steilere Hügel und Mischwälder begleiten den Wasserrand. Am Ostufer des Sees dagegen künden verfallende Industriebauten von seiner Vergangenheit als Baustofflieferant für das nahe Berlin. Etwa 100 Jahre lang wurden die im benachbarten Rüdersdorf zutage geförderten Kalkerden als Ziegel und Zement per Lastkahn in die Hauptstadt verschifft. Die Tiefen der einstigen Tagebau- gruben bilden heute gleichsam einen „Negativabdruck“ Berlins, das vor 130 Jahren mithilfe der hier geförderten Baustoffe in die Höhe zu wachsen begann. Die mittlerweile ihrer Funktion beraubte „Beton- brücke“ am Ortsausgang von Hennickendorf diente einst als Verladestation und Anleger. Heute befindet sich hier der Parkplatz des angrenzen- den Strandbades, das mit der Ankündigung „Baden auf eigene Gefahr“ seinen provisorischen Charme nicht zu verbergen sucht. Die kleine Badeanlage verfügt jedoch über einen Bootsverleih; und ein Imbiss bietet dem geschwächten Schwimmer Stärkung. Wilde Waldbadestellen finden sich dagegen auf der westlichen Uferseite. In unregelmäßiger Folge führen unbeschilderte Forstwege von der Verbindungsstraße zwischen der B1 und Eggersdorf durch den Wald direkt zum Wasser. Parkende Autos an der Waldchaussee verraten Ortsunkundigen ihre Lage. Die holprigen Wege bleiben allerdings Radfahrern und Spaziergängern vorbehalten, da es an ihrem Ende keine Parkmöglichkeiten gibt. Ein Ausflug zum Stienitzsee lohnt sich vor allem wegen seines sauberen Wassers und der Tatsache, dass die Anzahl der Badegäste in der Regel überschaubar bleibt. Ein weiteres Argument ist seine Nähe zu Berlin. Vom S-Bahnhof Strausberg aus lassen sich beide Uferseiten erwandern, zur Hennickendorfer Seeseite fährt ein Bus. Im Süden des Sees finden sich Spuren aus jenen Zeiten, als hier noch Meere ihre Wassermassen ausbreiteten. In den begehbaren musealen Kalkgruben von Rüdersdorf etwa bestehen durchaus Chancen, einen urzeitlichen Haifischzahn als Wochenendtrophäe zu ergattern. ()