Schwielochsee - Freizeittipps - Go Berlin

In einem weiten Bogen fließt die Spree vom Unterspreewald über den Neuendorfer See bei Alt Schadow, um sich dann zu gabeln und von Westen her in den Schwielochsee zu münden. Auf der anderen Seite des Gewässers steigen im Osten flachwellige Hügel zur Lieberoser Hochfläche an. Sie wurde von den Gletschern der letzten Eiszeit geformt. Der Schwielochsee selbst – mit 11,7 Quadratkilometern Fläche Brandenburgs zweitgrößter See – verdankt seine Entstehung jedoch weder der Spree noch den Folgen der Eiszeit: Die Legende, die noch heute vom Kneipentisch aus gerne an Ortsunkundige weitergetragen wird, erzählt, ein schnüffelndes Schwein habe einst im sumpfigen Wiesengrund eine Wasserquelle frei gegraben, die bald darauf zu einem See anschwoll. Offenbar verweist auch der heutige Name des Sees auf eine Ableitung der ursprünglich slawischen Bezeichnung „Swinlug“, Schweinesumpf. Tatsächlich vermerken die Chroniken, dass der Wasserspiegel an dieser Stelle im 15. Jahrhundert anzusteigen begann und sich zu einem buchtenreichen See ausweitete. Schuld war jedoch nicht das besagte Schwein, sondern der Fiskus zu Beeskow, der mit seinem Beschluss, an der Spreemündung mehrere Mühlen und einen Damm zu bauen, einen Rückstau des Flusses verursacht hatte. Das Spreewasser flutete allmählich den von Erlen, Weiden und anderen Sumpfpflanzen bewachsenen und als Schweineweide genutzten Grund. Auch ein großer Teil der einstigen Häuser von Sawall fiel der Überschwemmung zum Opfer. Zur Entschädigung bekamen die Bauern dieses am Westufer gelegenen Dorfes die Fischereirechte für den See. Auch heute noch bleibt die kleine Straße zwischen Zaue und Sawall auf gebührendem Abstand zum See – vielleicht eine Reminiszenz an vormalige Überschwemmungsgefahren. Badeplätze lassen sich daher an diesem Abschnitt nicht erreichen. Doch von Zaue aus entschädigt dafür die Ansicht des Sees in seiner ganzen Weite und der dahinter ansteigenden Hügellandschaft. Im Licht der aufsteigenden Morgensonne gerinnt der flüchtige Eindruck zum bleibenden Bild. Im Süden liegt die Gemeinde Goyatz mit ihrer für den Ausflugs- und Ferientourismus umfangreichen Infrastruktur. Von hier aus überblickt man jedoch nur einen kleinen Teil des Sees. Liebhaber großer Panoramen fahren also besser weiter. Am Ostufer dagegen reichen die mit Zeltplätzen und Badestellen gut ausgestatteten Dörfer Jessern, Speichrow, Niewisch und Möllen bis an den See heran. Vom Weinberg in Pieskow lässt sich die beste Aussicht über einen großen Teil des Gewässers genießen, das trotz seiner großen Fläche einen lieblichen Eindruck hinterlässt. Seine Vielfalt an Buchten und schmalen, zu zahlreichen Nebenseen führenden Wasserhälsen sorgt für ein abwechslungsreiches und vielgestaltiges Bild. Am besten beschließt man den Tag dann an der sonnigsten Badestelle am Nordostufer des Sees. Von hier aus wirken die schmalen Ufer der gegenüberliegenden Orte Sarkow und Niewisch wie Miniaturen. Am Nordausgang des Schwielochsees erweitert sich die strömende Spree noch einmal zu den beiden Gewässern des Glower Sees und des Leißnitzsees, um danach in verengter Flussbreite ihren Weg nach Norden in Richtung Beeskow zu nehmen. Von Friedland aus führt eine kleine Straße zur Badestelle am Leißnitzer Ostufer. Ab Trebatsch verläuft die Bundesstraße 87 durch das von isolierten Kleinseen begleitete Durchbruchstal der Spree. Durch ein schmales Waldufer und die Häuser des Dorfes Ranzig gesäumt, laden der Ranziger See und der Tiefe See zum Verweilen und Baden abseits des Trubels auf dem Schwielochsee ein. ()