Großer Döllnsee - Freizeittipps - Go Berlin

Nachdem sie die Berliner Vorortgemeinden und die Niederungen des Oder-Havel-Kanals hinter sich gelassen hat, taucht die B109 ab Groß Schönebeck in den dichten Wald der Schorfheide ein. Aus der Vogelperspektive – oder mit Blick auf eine detailreiche Landkarte – lassen sich jedoch anhand blauer Tupfer im flächenhaften Grün des Waldgebietes zahlreiche Seen entdecken. Wie Perlen liegen sie – mal paarweise, mal einzeln versteckt – in den Wäldern. Abseits von Straßen und größeren Wegen lassen sich diese unter Naturschutz stehenden Gewässer der Schorfheide meist nur wandernd erreichen. Eine Ausnahme bildet der Große Döllnsee, der mit seinem westlichsten Wasserzipfel nahe der Landstraße durch das Dickicht der Bäume schimmert. Anstatt also den fünf Kilometer entfernten Ort Groß Dölln anzusteuern, biegt man rechts in einen Fichtentunnel ein, fährt zum Vorplatz des Hotels „Döllnsee-Schorfheide“ – und landet mitten in der Geschichte. Denn die heutige Wellness-Herberge hat eine bewegte Vergangenheit. 1934 im Tudorstil errichtet, war das Herrenhaus eine Gabe Hermann Görings an seinen „Leibjäger“ Willi Schade. In unmittelbarer Nähe hatte Hitlers Reichsmarschall selbst sein Schloss Carinhall, von dem heute nur noch die Grundmauern stehen – und das Badehaus. Dieses wurde in den 1970er Jahren auf Wunsch Walter Ulbrichts, der hier seinen Lebensabend verbrachte, in den Garten des Hotels versetzt. Nach ihm schätzten auch hochrangige Staatsgäste der DDR, Leonid Breschnew etwa, diesen Aufenthaltsort und seine wildreichen Wälder. Größere Badestellen gibt es nicht; das macht den Reiz dieses Sees aus, der seinen natürlichen Zauber während aller Jahreszeiten bewahrt. Ein Sandweg führt durch dichten Mischwald, und Schilf- lücken sowie vereinzelte Angelstege ermöglichen hin und wieder ein naturnahes Badevergnügen im klaren Wasser. Man sollte allerdings nichts gegen weichen und schlammigen Seegrund haben. ()