Bernsteinsee - Freizeittipps - Go Berlin

Auf den kiefernbestandenen Sanderflächen zwischen dem Wandlitzer Seengebiet und der schnurgeraden Wasserader des Finowkanals gelegen, gab Ruhlsdorf in der Mitte des letzten Jahrhunderts sein ruhiges von Feldfruchternte und Forstwirtschaft bestimmtes Dasein preis, um bauwütigen Großstadtplanern seine reichen Kiesvorkommen zur Verfügung zu stellen. Die Kiefernwälder, die vormals noch Pilzsuchern volle Körbe garantierten, wurden gerodet, und bald durchschürften Schaufelradbagger die sandige Erde. Zurück blieben beckenartige Gruben, die sich binnen weniger Jahre mit Grundwasser füllten. Manchmal braucht es eben keine Eiszeit, um die Landschaft seenreich zu machen. Das Wasser des größten von ihnen, des Bernsteinsees, schlägt nur wenige hundert Meter hinter den Häusern des Dorfangers an sein sandiges, von vereinzelten Kieferngruppen bestandenes Ufer. Noch bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein schaufelten sich hier die Bagger zwischen vier und zwölf Meter in die Tiefe. Als dann aus der Grube ein Gewässer geworden war, veranstalteten die Ruhlsdorfer einen Wettbewerb zur Namensgebung für ihren See. Die Geschichte, dass ihm Bernsteinfunde seine Bezeichnung gaben, ist zwar eine Mär, lockt aber bis heute vergeblich schaufelnde Glückssucher in seine Nähe. Tatsächlich ist es der feine, als Rückstand der Kiesgewinnung zurückgebliebene Spülsand, der die Vergleiche mit den bernsteinreichen Ufern der Ostsee anregte. Wie ein ausgerollter weißer Teppich ergießt er sich vor der von Kiefern gesäumten Hauptbadestelle. Und so sehr ähnelt der Ort seinem maritimen Vorbild, dass er in den vergangenen Jahren mehr als einmal von Filmteams zum Drehort für „Ostsee-Szenen“ auserkoren wurde. Auch bei Berliner Sommerfrischlern ist diese öffentliche Badestelle an warmen Tagen äußerst beliebt. Darüber hinaus verteilen sich um das saubere Wasser jedoch zahlreiche wilde Badestellen, die sich, auch wenn es keine befestigten Wege gibt, von allen Seiten her gut erreichen lassen. Ein etwas größerer, frei zugänglicher Sandstrand liegt dem Strandbad gegenüber. Wer dort länger verweilen möchte, sollte allerdings einen Sonnenschirm im Gepäck haben, da es hier keinen Schatten gibt. Hinter dem dünenartig ansteigenden Sandwall schließt sich ein Feuchtbiotop an, das sich während eines Spaziergangs gut erkunden lässt. An der flacheren Nordseite des Sees mischen sich Sanddornsträucher unter den Bewuchs windschiefer Kiefern. Neben dem Friedhof von Ruhlsdorf führt ein schmaler Waldweg zu einer kleinen Badestelle, an deren Ende ein fortgesetzter Höhenweg zum größeren Sandwallstrand führt. Bekleidungsfreie Sonnenplätze sind nicht ausgeschrieben, werden aber an den ruhigen Uferzonen rechts vom abgezäunten Badeareal geduldet. Im Herbst und Winter bieten Scharen von Wildgänsen das außergewöhnliche Schauspiel kreisender Gemeinschaftsflüge über den Dächern des Dorfes und dem Gewässer. ()