Rex-Atelier - Berühmte Drehorte - Go Berlin

Bereits 1905 eröffnete in dem damaligen Eckhaus Alfred Duskes, ein Fabrikant von Filmabspielgeräten, sein Aufnahmestudio. Nach wechselnden Betreibern übernahm die Rex-Film GmbH des rumänisch stämmigen Regisseurs und Schauspielers Lupu Pick das Atelier und ließ hier den ersten deutschen Kammerspielfilm „Scherben“ (1921) produzieren. Anders als in den kunstvoll expressionistisch inszenierten Stummfilmen zeichneten Kammerspielfilme – in Anlehnung an das Theater-Kammerspiel – ein intimes psychologisches Bild der dargestellten Charaktere und konzentrierten sich auf eine realistische Darstellung von Situationen. Unter Lupu Pick werkelten hier wohl um die 20 Arbeiter an bewegten Bildern. Auch auf sein Betreiben hin wurde 1928 die Dachorganisation der Filmschaffenden in Deutschland (Dacho) gegründet, dessen erster Vorsitzender er war. Der Tod Picks 1931 bedeutete das Ende von Rex-Film. Das Atelier in der Sellerstraße Ecke Müllerstraße blieb der Filmwelt jedoch als Kino erhalten, musste allerdings 1962 schließen, da es in unmittelbarer Nähe zur Mauer lag. Elf Jahre später wurde es endgültig abgerissen und durch ein Gebäude der heutigen Bayer-Schering AG ersetzt. (GO.Berlin)