Ehemaliges Chemiewerk Rüdersdorf - Berühmte Drehorte - Go Berlin

Rachel Weisz, Jude Law, Ed Harris, Joseph Fiennes und Bob Hoskins: Gleich eine ganze Armada an Hollywood-Stars schickte Regisseur Jean-Jacques Annaud zusammen mit 5000 Statisten in die Schlacht von Stalingrad. Natürlich nur in seinem Film „Duell – Enemy at the Gates“, der sich vornehmlich um das Katz-und-Maus-Spiel eines sowjetischen und eines deutschen Scharfschützen in den Ruinen der während des Zweiten Weltkriegs stark umkämpften russischen Stadt dreht. Eine geeignete Kulisse bildete dafür die ehemalige, dem Verfall preisgegebene Chemiefabrik Rüdersdorf mit ihren zwei riesigen Schornsteinen. In der eindrucksvollen Industrieruine, im Film eine zerstörte Traktorenfabrik, schmiedet der deutsche, historisch übrigens nicht belegbare Major König (Ed Harris) einen Plan, um den Rotgardisten Wassili Saizew (Jude Law) herauszulocken. In Rüdersdorf entstanden zudem die Innenaufnahmen in der Unterkunft der Scharfschützen, in der Prawda-Druckerei, im Haus der Familie Filipov und in der Villa, in der Wassili Chruschtschow begegnet. Mit dem Filmteam kehrte zwischen Januar und Mai 2000 auch der alte cineastische Glanz zurück nach Rüdersdorf. Denn Anfang der 1920er-Jahre existierte am Ufer des Kalksees in Rüdersdorf und im benachbarten Woltersdorf die beachtliche Filmstadt des Regisseurs Joe May, in der u.a. der monumentale Streifen „Das indische Grabmal“ (1921) Gestalt annahm. Für „Enemy at the Gates“ lohnte sich der große Aufwand (u.a. wurde der Rote Platz im ehemaligen Tagebau Greifenhain bei Spremberg nachempfunden) zwar finanziell, jedoch fiel das Machwerk bei den Kritikern komplett durch. Die stilisierte Heldenverklärung, die Reduktion der Kampfhandlungen auf ein Duell und die darum gewobene Happy-End-Liebesgeschichte würden jeder historischen Realität entbehren, hieß es damals. (GO.Berlin)