Carl-von-Ossietzky-Gymnasium - Berühmte Drehorte - Go Berlin

Ursprünglich war in dem 1910 fertiggestellten Gebäude im Stil der Neorenaissance eine Mädchenschule untergebracht. Die prächtige Fassade des Innenhofs gefiel Ende der 1980er-Jahre auch Heiner Carow, sodass er sie kurzerhand für seine DEFA-Produktion „Coming Out“ in Szene setzte. In „Was nützt die Liebe in Gedanken“ mit Anna Maria Mühe, Daniel Brühl und August Diehl ist die Fassade sogar gleich zu Beginn des Films zu sehen. Und auch im mehrfach preisgekrönten Kurzfilm „Spielzeugland“, der 2009 einen Oscar erhielt, dient sie zusammen mit dem Innenhof als Kulisse. Die Aula des Gymnasiums taucht zudem in Leander Haußmanns DDR-Komödie „Sonnenallee“ mit Alexander Scheer in der Hauptrolle auf. Weitaus größere Bekanntheit erlangte die Pankower Schule, die nach dem deutschen Schriftsteller und Pazifisten Carl von Ossietzky benannt ist, allerdings durch einen realen Vorfall im September 1988. Damals setzten sich acht Schüler mit Wandzeitungsartikeln und Unterschriftenaktionen für die Reformbewegung der polnischen Gewerkschaft Solidarność, den Weltfrieden und gegen NVA-Militärparaden ein. Diese Kritik am politischen System der DDR führte – zu jener Zeit erwartungsgemäß – zu persönlichen Repressalien, zur Einberufung eines unwürdigen Schultribunals sowie letztlich zu vier Schulausschlüssen und zwei Umschulungen. Trotz Protesten zahlreicher Oppositionsgruppen konnten die vier vom Schulbetrieb ausgeschlossenen Schüler erst nach der Wende ihr Abitur nachholen. (GO.Berlin)